28.05.2010 | Öl-Brennwert mit Solar als Heizsystem für Niedrigenergiehaus
Weniger
als zwei Liter pro
Quadratmeter und Jahr – so niedrig liegt der Heizölbedarf in einem neu
erbauten Einfamilienhaus in Buchholz in der Nordheide. Das belegt: Mit
Öl-Brennwerttechnik und Solarthermie können auch besonders
anspruchsvolle
energetische Konzepte in Wohngebäuden problemlos realisiert werden.
Ein so gutes energetisches Niveau ist nur mit entsprechender
Anlagentechnik
erreichbar. In diesem Fall eine Öl-Brennwertheizung, kombiniert mit
einer 4,6
Quadratmeter großen Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung. Eine
Wohnraum-Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ergänzt das
Wärmekonzept. Mehr
als 90 Prozent der Wärme aus der verbrauchten Abluft werden genutzt,
um die
von außen zugeführte, kalte Frischluft vorzuwärmen.
Zusammen mit einem 300-Liter Solarspeicher und
einem doppelwandigen
Kunststofftank findet die gesamte Heizungsanlage auf zweieinhalb
Quadratmetern im Hauswirtschaftsraum Platz. Der Heizöltank hat ein
Volumen
von 1000 Litern. Bei einem jährlichen Heizölbedarf von rund 420 Litern
reicht
der Brennstoffvorrat somit für deutlich mehr als zwei Jahre.
Auch die außergewöhnlich üppige Wärmedämmung trägt zu der
hervorragenden
Energiebilanz bei. Außenwände, Dach und Bodenplatte erhielten jeweils
20 bis
36 cm starke Dämmschichten aus verschiedenen Materialien. Dreifach
verglaste
Fenster runden den Wärmeschutz ab.
„KfW-Effizienzhaus 55“ mit Ölheiztechnik
Der konventionell errichtete Neubau in Buchholz erreicht einen
Jahresprimärenergiebedarf von nur 35,5 Kilowattstunden pro
Quadratmeter. Damit
unterbietet er die strengen Anforderungen des sogenannten
„KfW-Effizienzhauses 55“. KfW-Effizienzhaus ist ein
Qualitätskriterium, das
von der KfW im Rahmen ihrer Förderprogramme für energieeffizientes
Bauen und
Sanieren genutzt wird. Die Zahl nach dem Begriff KfW-Effizienzhaus
gibt an,
wie hoch der jeweilige Jahresprimärenergiebedarf sein darf: Ein
„KfW-Effizienzhaus 55“ darf maximal 55 Prozent des
Jahresprimärenergiebedarfs
eines vergleichbaren Referenzgebäudes, das den Vorgaben der
Energieeinsparverordnung (EnEV) entspricht, aufweisen.
Neben dem Primärenergiebedarf ist der sogenannte
Transmissionswärmeverlust
ausschlaggebend für das Prädikat „KfW-Effizienzhaus“. Der
Transmissionswärmeverlust bezeichnet die Wärmemenge, die durch
Außenwände,
Fußboden, Dach und Fenster eines Gebäudes entweicht. Gemessen an dem
entsprechenden EnEV-Referenzgebäude unterbietet der Buchholzer Neubau
auch
diese Anforderung deutlich. Ein echtes „KfW-Effizienzhaus 55“ also.
Dank dieser Bewertung erhielt die junge Familie Fördermittel aus dem
KfW-Förderprogramm „Energieeffizient Bauen“. Hinzu kamen Gelder aus
einem
kommunalen Förderprogramm der Stadt Buchholz für energetisch besonders
anspruchsvolle Neubauten.
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