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Wenn die Pellet-Heizung zum Albtraum wird!!

Begeisterung sieht anders aus: "Wir hatten immer nur Ärger", erzählt der Immobilienentwickler aus Baden-Württemberg, der seinen Namen lieber nicht nennen will, um keine Kunden zu verschrecken. Vor drei Jahren hat sich seine Firma dazu entschlossen, einen Neubau nicht mit Gasheizung auszurüsten, sondern auf erneuerbare Energien umzusteigen.

Die Immobilienexperten entschieden sich für eine Pellet-Heizung. Die sollte nachhaltig für saubere Energie sorgen, außerdem deutlich günstiger sein als eine Gas-Heizung. Die anfängliche Euphorie hielt nicht lange.

"Die Anlage ist immer wieder einfach stehengeblieben", erzählt der Verwalter. Dementsprechend groß war der Unmut der Hauseigentümer. Ihre Beschwerden gingen an den Bauträger. Und der musste sich dann um die Probleme kümmern. "Entweder lief die Anlage nicht einwandfrei oder die Leitungen waren verstopft."

Hinzu kam: Im Winter war schon nach sechs Wochen das Pellet-Lager leer. Also musste auch alle sechs Wochen ein Lastwagen anrücken, der eine neue Ladung Pellets in den Lagerraum einblies.

Diese Probleme mit einer Pellet-Heizung sind kein Einzelfall. Viele Nutzer ärgern sich über Anlagen, die regelmäßig ausfallen oder nicht ausreichend heizen. Andere beschweren sich über nicht funktionierende Lüftungsklappen und darüber, dass so viel Asche entsteht, dass die regelmäßig entsorgt werden muss. In Internet-Foren machen Käufer von Pellet-Heizungen ihrem Ärger inzwischen regelmäßig Luft.

 

Hohe Wartungskosten

Ganz von ungefähr kommt die Kritik nicht. Denn der Wartungsaufwand einer Pellet-Heizung ist tatsächlich deutlich höher als es die meisten Verbraucher von herkömmlichen Heizungen gewohnt sein dürften. Die jährliche Wartung durch einen Schornsteinfeger kennt man noch. Überraschend wird für viele allerdings sein, dass Zusatzaufgaben auf den Betreiber hinzukommen: Alle ein bis zwei Wochen muss jemand den Aschebehälter leeren, den Brennraum alle vier bis sechs Wochen reinigen. Ein Mal im Jahr kommt eine gründliche Reinigung des Lagerraums hinzu. Darum muss sich jeder Heizungsbesitzer selbst kümmern.

"Ein Rund-um-Sorglospaket dafür würde niemand bezahlen", sagt Konrad Bramer, Geschäftsführer des Gebäude- und Haustechnikunternehmens Moritz und Bramer aus Köln. Schließlich kostet allein die jährliche Wartung 150 bis 300 Euro, je nach Größe der Anlage sogar noch mehr. "Genaue Preise lassen sich nur festlegen, wenn man die Anlage kennt", sagt Bramer. Zur Wartung kommen Kosten für den Schornsteinfeger, außerdem für Ersatzteile, wenn die Anlage mal wieder nicht rund läuft.

Energieberater Bernd Geschermann von der Energieagentur NRW erklärt, warum das häufiger der Fall sein kann: "Die Technik einer Pellet-Anlage ist viel komplizierter als die einer Öl- oder Gasheizung. In der Heizung bewegen sich mehr Teile." Ein klassischer Ölheizkessel läuft mit nur einem Motor. Eine Pellet-Heizung besitzt dagegen zwei bis drei Motoren. Hinzu kommen sogenannte Schnecken, die die Zuführung der Pellets zum Heizkessel regeln. Außerdem verbrennen Pellets nicht rückstandsfrei, wie man es von Öl oder Gas kennt. Und die Asche kann Störungen verursachen. 

"Es gibt also deutlich mehr technisch hochentwickelten Teile, die kaputt gehen können", sagt Geschermann. Der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) und der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband wollen zwar von besonders hoher Störungsanfälligkeit nichts wissen. Energieberater Bernd Geschermann räumt dagegen ein: "Bei einer neuen Technik gibt es immer Anlaufschwierigkeiten. Diese müssen die Hersteller erst einmal ausräumen."

 

2. Teil: Qualitätsmängel bei den Heizungsanlagen

Das Geschäft mit den Pellet-Heizungen wächst derweil rasant. Im Jahr 2002 wurden in Deutschland gerade einmal 13.000 Anlagen installiert. Zehn Jahre später waren es bereits 180.000. Unter den Anbietern gibt es ebenso erfahrene wie auch technisch weniger erfahrene. Mittlerweile haben auch große Heizungsbauer wie Viessmann, Vaillant oder Buderus erkannt, dass sich mit der neuen Heiztechnik Geld verdienen lässt. Ihr Vorstoß in Sachen Pellet-Heizung erhöht den Druck auf kleinere Konkurrenten.

"Diese Firmen können es sich nicht erlauben, eine störungsanfällige Technik anzubieten", sagt Geschermann. Das sei eine gute Nachricht für Kunden, denn: "Anbieter mit Qualitätsproblemen werden nachziehen." Es hängt allerdings nicht nur von den Herstellern ab, ob eine Pellet-Heizung Probleme verursacht. Schließlich muss jemand die Anlage beim Kunden einbauen. 

Diese Aufgabe übernehmen meist Handwerksbetriebe, und auch diese haben nicht unbedingt besonders viel Erfahrung. "Sie haben über Jahrzehnte gelernt, dass sie eine Heizung lediglich aufstellen und anschließen müssen", sagt ein Branchenexperte. Das funktioniere bei Pellet-Heizungen nicht. Verschiedene Zulaufklappen müssen justiert, Kunden der Umgang mit der neuen Anlage erklärt werden. Dafür sei Fachwissen gefragt, das lange nicht alle Heizungsinstallateure mitbrächten.

 

Handwerksbetriebe oft überfordert

Der Grund: Gerade das Sanitär- und Heizungshandwerk musste sich in den vergangenen Jahren schon Spezialwissen über Solarthermie, Blockheizkraftwerke oder Kraft-Wärme-Kopplung aneignen. Die Pellet-Heizung ist also nur eine von vielen neuen Techniken, die zusätzliches Know-how erfordert. Heizungsbauer bieten zwar Schulungen an. Da es sich aber immer noch um einen Nischenmarkt handelt, investieren gerade kleine Handwerksbetriebe kaum in die Fortbildung.

Handwerksmeister Konrad Bramer aus Köln hat sich und sein Team umfangreich schulen lassen. Er hat Respekt vor der neuen Technik. "Bei jeder Neuerung ist erst einmal Vorsicht geboten", sagt Bramer. "Die Technik muss vernünftig eingebaut werden - sonst erhöhen sich die Fehlerquellen."

Bramer erlebt immer wieder, dass zum Beispiel Fehler bei der Planung und beim Einbau geschehen. Pellet-Lager werden nicht auf die Größe der Heiz-Anlage abgestimmt. Oder Verbraucher heizen mit schlechten Pellets. "Dann entsteht unnötig viel Staub, der Störungen verursacht", sagt Bramer. Der falsche Umgang mit Pellet-Heizungen gehe zwar zurück. "Schwarze Schafe gibt es aber leider immer", sagt Bramer. "Die Leidtragenden sind die Kunden."

Der Immobilienverwalter aus dem Süden ist es mittlerweile leid, sich um Pellet-Heizungen zu kümmern. Er hat der Technik zwar nicht abgeschworen, betreibt die Heizungen aber nicht mehr in Eigenregie. Stattdessen schließt er sogenannte Contracting-Verträge mit einem Energielieferanten ab. Der kümmert sich nun um die Wartung und sämtliche Probleme, die im Betrieb anfallen. Störungen gehen den Bauträger seitdem nichts mehr an.

(Quelle: Manager-Magazin-online.de)

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